Historie

1951 gründeten junge Männer aus Halsenbach innerhalb des MGV Liederkranz eine Musikgruppe. Mit einem Darlehen von 350,-- DM aus Mitteln des Gesangsvereins kauften sie Instrumente und begannen unter Leitung von Heinrich Stümper zu musizieren.

Im Dezember 1954 löste sich die Musikgruppe aus dem MGV heraus und wurde eigenständig. Ihren Zusammenschluss benannten sie nach einem früheren Gesangsverein am Bahnhof Halsenbach, "Harmonie" Halsenbach. Die Leitung übernahm Johann Liesenfeld (Hummes Hannes).

Musiziert wurde vor allem zu kirchlichen Anlässen, wie Fronleichnam, Allerheiligen und Weißer Sonntag. Man spielte zu Jubelfesten von Mitbürgern und pflegte altes Brauchtum durch die musikalische Umrahmung. Die Ausgestaltung kirchlicher Feste und Veranstaltungen zählt auch heute noch zu den Ehrenpflichten der "Harmonie".

Der musikalische Wirkungskreis der jungen Musiker ging schnell über die Umrahmung kirchlicher Veranstaltungen hinaus. Die Musikgruppe wurde mehr und mehr zu einem Kulturträger in der Pfarrgemeinde. Dies erforderte ein festes Vereinsgefüge und es kam zu der Gründung des Musikvereins

"Harmonie Halsenbach e.V."

Die konstituierende Sitzung fand am 8. September 1956 im Gasthaus Bersch in Halsenbach statt. Nach §1 der Satzung sah der Verein seine Aufgabe darin, die Musik als hohes Kulturgut zu pflegen und demgemäß bei verschiedenen Anlässen öffentlich aufzutreten.

Am 18. Januar 1962 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Boppard. Am 9. September 1971 wurde nach einer Satzungsänderung die Anerkennung als gemeinnütziger Verein beantragt und genehmigt.

Zum Repertoire des jungen Musikvereins zählten mittlerweile Liedermärsche, leichte Konzertstücke und Unterhaltungsmusik. Damit umrahmte man unter Leitung von "Hummes Hannes" Veranstaltungen des MGV Liederkranz und des Kirchenchores Cäcilia Halsenbach. Die Veranstaltungen und Feste der übrigen Ortsvereine werden auch heute noch alljährlich von der "Harmonie" musikalisch ausgestaltet.

Kameradschaft und ein intaktes Vereinsleben sind auch heute noch die tragenden Säulen der "Harmonie" und mit verantwortlich für den musikalischen Erfolg. Feiern im Vereinsheim, Ausflüge und gesellige Zusammenkünfte fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl und stärken die Kameradschaft.

1958 übernahm Rudolf Gras die musikalische Leitung der "Harmonie" Halsenbach. Der Musikverein war mittlerweile aus dem Vereinsleben der Pfarrgemeinde nicht mehr wegzudenken und bestimmte zusehends das kulturelle Leben. Musikalisch erlebte die "Harmonie" unter ihrem Dirigenten Rudolf Gras einen ersten Aufschwung durch die Intensivierung der Probearbeit nach einem festen Plan. Bei Versäumnissen wurden sogar Bußgelder angedroht. Darüber hinaus hat der musikalische Leiter sehr schnell erkannt, dass eine Leistungssteigerung auf Dauer nur durch eine fundierte Ausbildung möglich ist. Er ließ daher unter persönlichem Einsatz den Nachwuchs von Berufsmusikern der Rheinischen Philharmonie und des Heeresmusikkorps V aus Koblenz ausbilden. Für diesen Weitblick sei ihm gedankt.

Gut ausgebildete Musiker brauchen beste Instrumente, um ihr Können präsentieren zu können - auch dies eine Devise des Dirigenten. Die fundierte Ausbildung und beste Instrumente machten die "Harmonie" unter ihrem Dirigenten Rudolf Gras zu einem allgemein anerkannten und gern gehörten Klangkörper, weit über die Grenzen von Halsenbach hinaus. Der Verein veranstaltete Konzert- und Liederabende. Auch ist die "Harmonie" stets gern gesehener Gast auf den traditionellen Kreismusikfesten und setzt Maßstäbe für die Interpretation konzertanter Blasmusik. Zur Erweiterung der Klangfülle übernahm die "Harmonie" den vom Verein zur Pflege heimischen Brauchtums gegründeten Knabenspielmannszug.

Ein Ereignis mit bleibenden Eindrücken war für die Musiker die Teilnahme an den Rosenmontagszügen in Mainz, Köln und Düsseldorf. Konditions- und Ansatztraining in Marschformation war Voraussetzung für die Teilnahme an den Umzügen. Einen ersten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war zweifellos das 8. Kreismusikfest vom 14. bis 16. Juni 1969. Das Orchester hatte zu dieser Zeit 30 Mitglieder und war in allen Stimmen recht gut besetzt. Den Gästen des Musikfestes bot die "Harmonie" mit der Verpflichtung des Polizei-Musikkorps Rheinland-Pfalz einen besonderen musikalischen Leckerbissen. Zum eigenen Repertoire gehörten mittlerweile historische Märsche, Konzertstücke und Melodien aus Oper und Operette.

1971 übernahm der jetzige Orchesterchef Winfried Liesenfeld die "Harmonie" Halsenbach. Ein Orchester mit damals 40 aktiven Musikern, von denen über die Hälfte, Dank der Initiative von Herrn Gras und mit finanzieller Unterstützung der ortsansässigen Firmen, eine fundierte musikalische Ausbildung durchlaufen hatten. In dieses Orchester konnte der neue Dirigent nun sein ganzes musikalisches Können investieren. Bereits der erste Konzertabend trug seine Handschrift.

Schon 1972 arrangierte die "Harmonie" unter Winfried Liesenfeld erneut ein großes Musikfest mit dem Startrompeter des Südwestfunks, Walter Scholz, als Gast, und der Stadtkapelle Kehl-Sundheim unter ihrem Dirigenten Willi Schütz als Festkapelle. Hohes Niveau der musikalischen Darbietungen hatte in Halsenbach schon Tradition und war stets eine Verpflichtung.

Um das Leistungspotential seiner Musiker voll auszuschöpfen, führte Winfried Liesenfeld neben den wöchentlichen Gesamtproben zusätzliche Registerproben ein. In den Registerproben werden die Musikstücke technisch und rhythmisch einstudiert. In der Gesamtprobe werden die Register dann zu einem Klangkörper zusammengeführt. Die Einführung der Registerproben und das Können des Dirigenten zeigten bald Früchte.

Durch gute Kritiken beflügelt, wagten es die Musiker, ihr Repertoire einmal einem größeren Publikum vorzustellen. Eine erste Gelegenheit bot sich bei der 1000-Jahrfeier von Kratzenburg. 1977 besuchten die Halsenbacher Musiker dann ihre Freunde von der "Harmonie Kehl-Sundheim" und gaben dort in der Stadthalle von Kehl ein Gastspiel. Hervorragende Musik und einen durch intensive Probearbeit besten Ansatz setzten die Musiker in die Lage, ein Volksfest wie das Bopparder Weinfest über fünf Tage musikalisch auszugestalten und über 30 Stunden zu musizieren. Darüber hinaus wird auch auf sonstigen Vereins- und Volksfesten in Nah und Fern zur Ausgleichung des Haushaltes gegen Honorar aufgespielt.

Der Haushaltsplan zeigt, dass von Jahr zu Jahr enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Finanzbedarf zu decken. Ausgaben zur Förderung der Geselligkeit als ideeller Ersatz für die zum Wohle des Vereins geleisteten Freizeitopfer, müssen auf ein Minimum beschränkt werden. Ein hoher, jährlich wiederkehrender Ausgabeposten sind die Kosten der Ausbildung, eine für den Bestand des Vereins unverzichtbare Kapitalanlage. Darüber hinaus bedeutet diese Ausbildung aber auch ein wesentlicher Beitrag zur Jugendarbeit in den Gemeinden.

Neue Wege beschritt die "Harmonie" auch mit der Ausgestaltung der Vereinsabende im Januar. Aus den "Bunten Abenden" der vergangenen Jahre wurden die allseits beliebten Folkloreabende, bei denen Publikum und Akteure zu einer Einheit werden. Durch das Programm dieser Abende führte mit viel Witz und Humor, sowie dem rechten Pep, seit Jahren Dr. Edelfried Schneider.
Vorläufer der Folkloreabende waren das Holzhacker- und vor allem das Herkulesfest, ein Ereignis, über das man heute noch gerne spricht.

Erste Kontakte mit den modernen Medien Rundfunk und Fernsehen bekam die "Harmonie" anläßlich einer Reportage des Südwestfunks über den Rhein-Hunsrück-Kreis und die Verbandsgemeinde Emmelshausen.
Eng mit den modernen Medien verbunden ist die "Harmonie" auch durch ihre dritte LP, die erste in eigener Regie. Einige Titel dieser LP wurden bei RTL und im Südwestfunk vorgestellt.

Nicht nur die Pflege konzertanter und volkstümlicher Blasmusik, sondern auch ein hohes soziales Engagement bestimmten die Arbeit der "Harmonie" Halsenbach seit über 20 Jahren. Seit dieser Zeit sind die Wohltätigkeitskonzerte mit bekannten Chören der näheren und weiteren Heimat ein außerordentlicher Gewinn für Publikum und Hilfsbedürftige. Durch ihr soziales Engagement und das hohe Niveau ihrer musikalischen Darbietungen bekannt, umrahmte die "Harmonie" auch immer wieder politische und administrative Veranstaltungen.





Zu ihrem Repertoire gehören konzertante- und volkstümliche, sowie moderne Blas- und Unterhaltungsmusik. Darüber hinaus Eigenkompositionen ihres Dirigenten und Arrangements alter Volkslieder und Bänkelgesänge. Damit leistet die "Harmonie" heute einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung alten- und Schaffung neuen Kulturgutes vom Hunsrück.
Heute ist die "Harmonie" Halsenbach, durch ihre Aktivitäten im kulturellen und öffentlichen Leben, ein weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus beliebtes und bekanntes Orchester und ein exzellenter Werbeträger für ihren Heimatort.

 


Die Orchesterarbeit

Schallplatten - Rundfunk - Fernsehen

Die "Harmonie" Halsenbach hat bisher Schallplatten / MC's unter folgenden Titeln veröffentlicht:

"Musikalische Grüße vom Hunsrück"
"Grüße aus dem Hunsrück"
"Feierabend im Hunsrück"
"Festival der Blasmusik"

Erste Kontakte mit dem Fernsehen gab es 1977 durch Aufnahmen in Südwest 3 für die Sendung "Wo man singt" in Halsenbach. Seit 1987 bestehen intensive Kontakte zum SWF-Rundfunksender, die u. a. zur Mitwirkung bei Sendungen "Blick ins Land" - "SWF-Bläserparty" - "Lieder-Leute-Landschaften" - "Volksmusik-Hitparade" und "Heimatmusikanten" geführt haben. Im Jahr 1990 wurde die Sendung "Wir bei Euch" von SWF 1 in Halsenbach im Rahmen des traditionellen Folkloreabends aufgenommen. Bei Aufzeichnung der gleichen Sendung 1993 im Nachbarort Emmelshausen war die "Harmonie" als Vertreter der Sparte Blasmusik für die Verbandsgemeinde vertreten. Seit mehreren Jahren ist die "Harmonie" regelmäßig in verschiedenen Rundfunksendungen zu hören. Im Herbst 1999 war die "Harmonie" zuletzt Gast beim SWR in Kaiserslautern für weitere Rundfunkaufnahmen.



 

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